Wurst
Vici Hohmann

Hunde Imbiss

Vorschlag: „Hunde Imbiss“

In Deutschland leben über 5 Millionen Hunde. (Und damit meine ich nicht: Arschlöcher, obwohl Letztere schließlich die Kacke zum dampfen bringen.) Hunderttausende Hunde die stuhlen und pissen wo man geht und steht oder auch gerne sitzen würde. Aber: Aufgepasst! Platz bereits von Hundestuhl besetzt!

Kaum eine Wiese, ob in Park oder Landschaft ist nicht von geruchsintensiven und infektiösen Hundehäufchen elend in Mitleidenschaft gezogen. Meist heißt es zudem: Leinen los! Ob in Stadt, Land oder am Fluss – als gewöhnlicher Zweifüßler ohne den Status „Herrchen“ oder „Frauchen“ muss man sich fremden Schnauzen und Dreckpfoten erwehren. Ein Zweibeiner mit Vierbeiner fühlt sich in der Rangordnung eindeutig in Führungsposition. Ein aufstrebender, zum Apportieren bereiter, Zweig der „Wir – leisten – uns – was – Schnauze!“ bellenden Gesellschaft. Nichts Gosse – Gassi! Macht Platz für die Platzmacher. Anbändelnde mit markierenden Anrainern. Überall: Pfoten und Koten.

Kurz: der gemeine Hund ist, genau wie sein treuer Freund, zu einer Untier artigen, unartigen Art mutiert.

Was nun? Ausweglose Frauchenschaften von Rassenanhängern, Zucht und unordentlichen Hundeschulen? Mit Hundeblick unausweichliches zuhauf betreten betrachten? Nein! Lieber einen bissigen Schlachtruf hinaus auf die Bürgersteige: Kochkurswechsel!

Warum nicht endlich mal China als Vorbild nehmen? Machen wir es den chinesischen Industriespionen nach und stecken unsere Nasen in fremde Köpfe… pardon… Töpfe!

Wie wär`s mit Hund am Spieß? Mit Hund im Fladenbrot oder auch im Teigmantel – statt im Regenmantel. Damenkränzchen mit Hundekuchen. Hundewurst auf dem Grill, statt Hundewurst auf dem Weg. Pfoten weg. Frei Schnauze! Rösten, nicht rasten.

Endlich Fleisch mit tip top all inclusive Biosiegel! Gehegt, gestriegelt, mit Delikatessen aufgepäppelt. Wo ist schon gepflegteres Luxusfleisch zu ergattern als in Damenhandtaschen der westlichen Welt?! Die eigenen Magen- und Darmausgänge werden es danken. Ein Terrierpastetchen für die Divamama, eine Runde Golden Retriever Burger für die ganze Familie, ein Riesenschnauzersteak nach getaner Arbeit. Klingt das nicht verlockend? Warum immer nur Rind, Schwein, Schaf, Lamm, Ziege, Pferd, Ente, Gans, Pute, Hühnchen, Reh, Hirsch, Wildschwein, Elch, Rentier, Lachs, Barsch, Forelle, Hering, Muscheln, Schnecken, Frösche, Krabben, Garnelen, Tintenfisch, Hai, Känguru, Strauß, Kaninchen, Hase, Fasan, Wachteln und Tauben kauen? Warum nicht mal nen Hund im Mund? Bedenke die Folgen: Garten, Park, Feld und Welt befreit von Hundekot. Haushaltssanierung durch Einsparungen in Millionenhöhe im Bereich Hundekotentsorgung und: Tatar! : keine Gammelfleischskandale mehr. Sich pudelwohl fühlen beim öffentlichen Verzehr. „Auf den Hund gekommen“ – das ist die Losung. Schlagzeilen werden sich überschlagen: „Europa spendet 300 Millionen Kilo Hundefleisch für Tansania“, „Sudan: It`s raining cats and dogs“, „Deutsche Haustiere lindern Hungersnot auf dem gesamten afrikanischen Kontinent“, „Vom Kolonialherren zum Kolonialherrchen“, „Wuffis statt Waffen“. Man stelle sich die Ausmaße vor…!

Hunde machen glücklich. Wie man sie auch dreht und wendet. Sie stärken nicht nur die Psyche, sondern auch die Physis. Hundeleben ade, dank Hundeleben. Neue Hoffnung für die Welt, genährt durch Hunde. Bello, bello. Wau, wau, wow!