Vici Hohmann

Dich erfinden (aus der „Deine Flügel“ Reihe)

Fühlst du die Angst im Raum deiner Möglichkeiten

deiner Freiheiten

deiner Eigenheiten –

Kriechst du im Raum deiner Möglichkeiten

von Zeit zu Zeiten,

die dich Albtraum gleich begleiten –

Fällt das Schreiten dir schwer,

über das Meer gehen scheint dir nicht machbar.

Fällt gar vieles dir schwer

kannst du nicht mehr

an deine Dich-Erfindungskraft glauben,

weil Dich-Erfinder dich dir rauben

wollen – willst du

manchen fast den Gefallen tun,

im Dämmerschlaf ruhen

und nachbeten, was sie vorbeten, die gebieten wollen –

dich verbieten wollen,

ausbieten mit ihren Ansichten,

die sie über und über und über dich schichten,

so dass du dich nicht mehr zu sichten vermagst,

die Dunkelheit  nicht mehr zu lichten vermagst –

tagst du nicht mehr

wie ein Heer Sonnen, dass am Horizont sich

ausweitet – ausbreitet über deine Lebensauen

 

– sie klauen dich dir

heimlich,

tückisch ist ihr Spiel

viel setzen sie nicht ein, dich einzufangen –

verletzen sie dich nicht mit ihren  Prangen

die, was ihnen nützt, von dir verlangen.

 

Willst du dich nicht lösen, davon gleiten,

ohne auf den Wellen zu reiten,

sondern segelnd auf den Winden,

die dich nicht binden,

sondern befreien –

Willst du nicht schreien vor Glück –

einmal – da es dir geglückt ist,

entrückt zu sein

vom Verein vereinnahmender Vetter,

die sich als deine Retter darstellen.

Willst du nicht durch die Lüfte,

über die Meere und Berge schnellen

im hellen Schein deiner Lebenskraft,

mit der du dein eigenes Leben erschaffst.

Willst du deine Freuden vergeuden im Nebel der Norm,

deine Träume versäumen in zwanghafter Form

eines scheinbar übermächtigem Blei-über-Dich-Gießer,

eines scheinbar Schlüsselgewaltigem Dich-Aufschließer.

Willst du nicht Deine Stärke finden,

um von Formgießerei

Dich zu entbinden –

 

 

Du bist schön,

wenn du lachst, wenn du weinst,

wenn du meinst nicht viel Wert zu haben, nicht viel Wert zu sein –

Dein Wert

ist ganz eingekehrt in dir –

kehr ihn raus, zeig ihn hier!

Vor allen, genier` dich nicht!

 

Trau dich, dein Leben

wie du willst

zu leben

und jedem Tag deine Handschrift zu geben.

 

Singe und tanz mit dem Kind tief in dir,

denn alles ist gut und jetzt und hier.